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Jede ist ihres Glückes Schmiedin?

Warum daran noch so viele glauben und was mehr Glück versprechen könnte

Wenn erstmal die Klausur vorbei ist, der Schulabschluss in der Tasche, das Konto aus dem Dispo, die neue Liebe im Leben, die Festanstellung winkt, dann… So ähnlich sehen wohl die persönlichen Utopien der meisten in dieser Gesellschaft aus, wenn nicht gleich Lotto gespielt wird. Jede_r versucht das eigene Glück zu schmieden, solange es heiß ist. Selbst Linke, die wissen, warum ihr Leben wohl eine einzige Tretmühle wird, bis dann der Rücken kaputt geht, setzen ihre Hoffnungen eher auf‘s private Glück als auf die Revolution. Nichts gegen dieses Glück, aber erstens ist dieses nicht für alle zu haben und zweitens ist es doch recht beschädigt. Aber ein kollektiver Ausgang aus dem gesellschaftlichen Unglück scheint verstellt und mit den Leuten von AfD, Pegida oder FPÖ verspricht die Zukunft noch schlimmer zu werden.
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Wo bitte geht’s hier zur Revolution?

Auf dem Weg zur befreiten Gesellschaft

Dass wir die bestehende Gesellschaft abschaffenswert finden, das sollte in unseren Texten deutlich geworden sein. Und dass wir denken, dass es nicht damit getan ist, dass alle ein bisschen mehr Mediationskurse besuchen, netter zueinander sind, der CO2-Ausstoß verringert oder der Mindestlohn um 4 Cent angehoben wird. Sondern, dass sich etwas ganz Grundlegendes ändern muss: nämlich unsere kapitalistische Produktionsweise, die darauf basiert, dass Menschen alle Dinge, die sie brauchen, kaufen müssen. Deshalb werden nur Dinge produziert, für die auch jemand bezahlen kann und deshalb müssen alle Menschen, die nicht das Glück haben, reich zu erben, ihre Arbeitskraft in ständiger Konkurrenz zueinander verkaufen. Das aber bedeutet was anderes als die Forderung nach bedingungslosem Grundeinkommen, weniger Gier oder mehr Degrowth. Es bedeutet: Kapitalismus abschaffen! Für den Kommunismus! Slogans, die auf x-tausenden linken Aufklebern gedruckt sind und auf Demo-Transpis prangen. Was aber bedeuten sie genau? Wie kann er aussehen, so ein Weg zu einer grundsätzlich anderen Gesellschaft?
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Wie wir leben wollen oder: Projekt K

Einführung in diese Ausgabe

In dieser Ausgabe soll das Unglück überall und grundlegend zurückgeschlagen werden. Wir wollen über Wege zur befreiten Gesellschaft nachdenken. Auf solche Versuche wird oft mit Entrüstung oder Hohn reagiert (und ja, wir wissen, dass es angesichts des aktuellen weltweiten rechten Durchmarschs sehr weit weg erscheint). In die Richtung der Entrüsteten muss zu allererst klar und deutlich gesagt werden: Wir kennen den stalinistischen, maoistischen etc. Terror, die Millionen Toten (unter denen nicht zuletzt zahlreiche Kommunist_innen und Jüdinnen_Juden waren). Die Schlächter haben Namen, ob sie Stalin, Mao, Pol Pot, Ceausescu oder auch – als Verantwortliche für das Niederschlagen des Matrosenaufstands von Kronstadt – Trotzki und Lenin heißen. Wir kennen die Gulags, die Schauprozesse und die bürokratischen Herrschaftsapparate in den realsozialistischen Ländern. Diese waren und sind ganz sicher keine wünschenswerten Gesellschaften und waren auch nicht „auf halbem Wege” zum Kommunismus. Und wer sich Linke_r oder Kommunist_in nennt und vor diesen Taten nicht erschrickt und viel Energie in die Suche nach den Ursachen steckt, wer nichts von Trauerarbeit wissen will oder das Tun durch die schwierige Ausgangssituation der Revolutionär_innen verklärt, hat nichts als unser unzuckriges Stirnrunzeln zu erwarten.

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Aktuelles der Straßen aus Zucker

Manchmal passiert hier auf der Seite einen Monat nichts, das liegt daran, dass wir zwischen den Ausgaben meist auf Facebook posten. Unsere Seite ist auch ohne eigenen Account lesbar:

https://www.facebook.com/strassenauszucker/

„…never mind Fahnenmeer?“ Naja, wenigstens Aufkleber kleben

In ein paar Tagen geht’s wieder los: Springers ehemals heißes Blatt fürchtet zwar noch, dass „die“ „uns“ mit Streiks „unsere“ EM „versauen“ (die französische Polizei drischt ja schon brutalstmöglich in die Menge).
Die Namen der eigenen Herrschaft werden nationaltrunkene Menschen trotzdem wieder munter durch Straßen und Auen tragen. Aber obacht: Die tun beim „Wir“- und „die Anderen“-Spielen nur so happy & relaxed – auf ihr nationales Tun angesprochen, reagieren die gar nicht mehr cool.
Um eure Straßen trotzdem auf zivilisatorischem Mindeststandard zu halten & kollektiver Schland-/National-Beflaggung was entgegenzusetzen, können Aufkleber dienen: Wir haben gerade zufällig welche zur EM gebastelt und verschicken die kostenlos – gern auch mitsamt Zeitungen, die ihr irgendwo auslegt oder verteilt.
Solange der Vorrat reicht, einfach Mail an saz@riseup.net

Abschließendes zum ‪#‎Cakegate‬ (31.05.2016)

Jetzt hat sich der erste Rauch verzogen und wir werfen einen genaueren Blick auf die Ereignisse. Sahra Wagenknecht hat beim LINKEN-Bundesparteitag in Magdeburg eine Torte abbekommen. Grund waren ihre Äußerungen in der Flüchtlingsdebatte, in der sie von verwirktem „Gastrecht“ und ähnlichem schwadronierte. Die Reaktionen sind erwartbar empört, sowohl bei den anderen Parteifunktionär_innen als auch bei der Presse. Besonders hervorgetan im schlechten, unsauberen Journalismus hat sich Rainer Meyer, alias @faz_donalphonso,

„FAZ: Denn sie wissen, wer die Torte auf Sahra Wagenkecht warf“

Dazu an dieser Stelle ein paar Kommentare der Straßen aus Zucker-Redaktion:
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Das „Gastrecht“, von dem Sahra Wagenknecht spricht

Sahra Wagenknecht möchte heftig ins Abschieben einsteigen, weil Menschen angeblich ihr „Gastrecht“ verwirkt hätten (und nichts anderes als Abschiebung meint das). Wir finden bereits die Vorstellung abwegig, Menschen, die migrieren, wären „Gäste“, die dann irgendwelche Rechte verwirken könnten, die andere Einwohner*innen der Region ’natürlich‘ und ohne Möglichkeit des Verlustes zustehen!

Ein Text von uns handelt hiervon, wir freuen uns über Anmerkungen, Kritik und Lob:

„Wir können doch nicht alle aufnehmen“. Von vollen Booten und leeren Tellern

ad Tortenwurf

„Wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt“ (Sahra Wagenknecht)

Heute morgen lasen wir in der Bams und der FAZ, dass die Torte auf obige „Links“politikerin aus Zuckers Blätterwald kam („Er gab an, für das linksautonome Blog „Straßen aus Zucker“ zu arbeiten“). Als Redaktion der Straßen aus Zucker lieben wir natürlich Torten, gerne auch mit viel Sahne. Und finden die brandstiftenden Aussagen von Sahra Wagenknecht zur Flüchtlings’krise‘ ziemlich unterirdisch (https://www.freitag.de/autoren/felix-werdermann/auf-rechten-abwegen), wie wir auch die Aufregung um eine leckere Schokotorte in dieser angeblich so bewegungsnahen Partei nicht ganz nachvollziehen können.

Aber während des Parteitags hatten alle unsere Redaktionsmitglieder Anderes zu tun: Am See sitzen, die nächste Ausgabe planen, Demos organisieren, feiern gehen. Kurzum: Wir waren’s nicht. Wie wir das Ganze konkret finden diskutieren wir bald im Zuckerwürfel-Kollektiv – stay tuned, friends!

Hoch die Hände, Wochenende!

Fr. 29.04. // 23:59 // ://about blank

_ ZAMILSKA (Untuned Records, PL) *LIVE*
_ Fantastic Man (Superconscious / FCR / AU)
_ Cloak (Void)
_ fr. JPLA (Institut fuer Zukunft)
_ DJ HIRAX b2b Sarah For Sure (Cases of Madness)
_ Remap (Des Rues de Sucre)
_ Julia Go (Katermukke/Neu West Berlin)
_ Pripyat AR (Deleuzian Century)
_ Flashy Trashy DJ Team
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